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Norbert Gstrein
In der freien Welt

Norbert Gstrein - In der freien Welt
John/Jonathan, 61, ein in San Francisco lebender Jude, wurde nachts auf der Straße erstochen, der Mord bleibt unaufgeklärt. Der Ich-Erzähler Hugo, ein österreichischer Schriftsteller, langjähriger Freund von J., versucht den Umständen des Mordes auf die Spur zu kommen. 

Hugo, der vor dem Hintergrund der seit Jahrzehnten andauernden israelisch-jüdischen Auseinandersetzungen erzählt,  wird im Laufe der Zeit klar, dass er den Fall nicht aufklären wird,  dass er aber die Geschichte seines Freundes aufschreiben möchte: John, durch Erlebnisse in seiner jüdischen Kindheit traumatisiert,  war Poet, Schriftsteller und wurde in späteren Jahren auch zum Maler. Er lebte exzentrisch, war gebildet, wurde trockener Alkoholiker, faszinierte viele Menschen, besonders Frauen, war viermal verheiratet, diente als Freiwilliger in der israelischen Armee. Der Roman erstreckt sich auf fast 500 Seiten. Er verliert, obwohl breit angelegt und breit erzählt, nicht an Spannung und ist eine literarische Auseinandersetzung mit der schwelenden jüdisch-palästinensischen Problematik.
   
Norbert Gstrein Foto: Andreas-Peter Hassiepen
© Andreas-Peter Hassiepen

  John, amerikanischer Jude und ehemaliger Freiwilliger der israelischen Armee, wird in San Francisco auf offener Straße niedergestochen. Wer war John? Diese Frage stellt sich dem österreichischen Autor Hugo, der um seinen Freund trauert. Auf den Spuren Johns reist er nach Kalifornien, wo sich die beiden vor einem halben Leben kennengelernt haben, und dann nach Israel. Dort findet er sich im jüngsten Gaza-Krieg auf beiden Seiten des Konflikts wieder. "In der freien Welt“ wagt nun die Frage nach unserem heutigen Blick auf jüdische Identität, auf das Fortwirken deutscher Geschichte und die Politik Israels.

Norbert Gstrein wurde 1961 in Tirol geboren. Er studierte Mathematik und Sprachphilosophie und promovierte über die "Logik der Fragen". Sein literarisches Debüt "Einer" erschien 1988. Gstrein erhielt unter anderem den Alfred-Döblin-Preis, den Uwe-Johnson-Preis sowie den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung. Er lebt in Hamburg.


15. Juni 2016 
19.30 Uhr
 
7,-/5,- €

Seidlvilla
Nikolaiplatz 1b
80802 München
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