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Nellja Veremej
Nach dem Sturm

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Nellja Veremejs hochgelobtes Romandebüt "Berlin liegt im Osten" erschien 2013. Ihr zweiter Roman "Nach dem Sturm" ist in der fiktiven Stadt Gradow angesiedelt: "ein Städtchen an der Grenze, wo Westen und Osten, Norden und Süden aneinanderstoßen", das vor 300 Jahren gegründet wurde, an einem breiten Fluss am Fuße des Oro gelegen, der von einer Festung gekrönt ist.
Mühelos und erzählerisch in einem märchenhaften Ton bewegt sich die Autorin hin und her über einen Zeitraum zwischen Jetztzeit und ca. Anfang des 18. Jahrhunderts. Hauptperson in der Gegenwart ist Ivo, ein 60jähriger Restaurantbesitzer auf der Festung, der sich seiner Frau und seinen Kindern entfremdet hat. Die erwachsenen Kinder Boris und Anna kehren nach ihrem Studium in Deutschland wieder nach Gradow zurück, um hier zu arbeiten. Mira, die charismatische Freundin der der beiden, hält sich Boris an der langen Leine und verwirrt mit ihrer Jugend den alternden Ivo. Sie ist es, die die alten Geschichten und Mythen rund um die Burg wieder ausgräbt, die ins 18. Jahrhundert zu Hauptmann Ottiz, Kommandant auf der Festung, und seiner menschenscheuen Frau Olga führen und zu Damir, dem Flüchtlingskind unbekannter Herkunft, der später Bürgermeister von Gradow werden wird.
   
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© autorenfotos.com /
Heike Bogenberger
  Alt ist Ivo noch nicht, höchstens an der Grenze, aber zu alt dann doch, um sich in die Freundin des eigenen Sohnes zu verlieben. Seit die junge Frau im Museum auf der Festung arbeitet, Tür an Tür mit Ivo, der dort sein Restaurant hat, findet er keine Ruhe mehr. Mira raubt ihm den Schlaf. Nicht im Ehebett, das teilt er längst nicht mehr mit seiner Frau, die Gesangslehrerin ist, aber ein Star hätte werden können. Überhaupt ist alles anders gekommen in der kleinen Stadt an der Grenze, wo Westen und Osten, Norden und Süden aneinanderstoßen. Anders als erhofft. Es ist August, es ist drückend heiß, seine Tochter Ana hat Geburtstag, ein großes Fest steht bevor. Als wäre die Katastrophe, die Ivo auf sich zukommen sieht, nicht schon genug, hat sein Sohn auch noch einen Autounfall.

Nellja Veremej wurde 1963 in der Sowjetunion geboren. Nach dem Studium der Russischen Philologie an der Leningrader Universität zog sie 1994 nach Berlin, wo sie heute als freie Schriftstellerin lebt. 2013 erschien ihr erster Roman "Berlin liegt im Osten" im Verlag Jung und Jung, der auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2013 stand. Nellja Veremej wurde mit dem Förderpreis des Adelbert-von-Chamisso-Preises 2014 und dem Förderpreis des Friedrich-Hölderlin-Preises der Stadt Homburg 2014 ausgezeichnet.

Autorengespräch mit Nellja Veremej
Lesung: Anna Jung


21. Juli 2016 
19.30 Uhr
 
7,-/5,- €

Seidlvilla
Nikolaiplatz 1b
80802 München
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